Dieses Projekt entsteht aus dem Versuch, ein legendäres Denkmal der Pop-Art-Architektur der 1970er Jahre in West-Berlin neu zu denken – die von Rainer Rümmler entworfene Fußgängerunterführung am Messedamm. Der Raum steht seit vielen Jahren leer und hat sich in einen urbanen „blinden Fleck“ verwandelt.
Zum Hauptdarsteller meines Rebrandings werden genau diese kultigen orangefarbenen Kacheln und die monumentalen Säulen des Messedamms. Meine Aufgabe ist es, die Einzigartigkeit der ursprünglichen Architektur vollständig zu bewahren und hervorzuheben, dabei jedoch die Funktion des Raumes grundlegend neu zu interpretieren.
Der Tunnel verwandelt sich in einen Third Place – einen hybriden Hub für Straßenkultur, Skateboarding und Kunst. Genau die Skate-Kultur baut einen neuen Dialog mit den historischen orangefarbenen Kacheln von Rümmler auf. Um die Gesamtstruktur des Raumes zu halten und den dichten Rhythmus des modernen Berlins zu vermitteln, nutze ich die strenge Schweizer Typografie als Basis.
Die Schrift für das Logo entstand aus einer tiefen Recherche der Pop-Art der 70er Jahre – sie funktioniert als direkte Referenz an die Epoche, in der der Tunnel gebaut wurde. Aber der Name selbst beginnt sich zu dekonstruieren und verwandelt sich in ein grafisches Muster für Skateboards und Merchandise. Das bringt eine gewollte universelle Street-Lässigkeit in den strengen Schweizer Minimalismus und erweckt die orangefarbenen Säulen förmlich zum Leben.